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Eine dichte, bis Forchheim sichtbare Rauchwolke wies am Dienstagabend, 03.11.2014, kurz vor 17:00  Uhr den Einsatzkräften von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und dem Rettungsdienst den Weg in die Orchideenstraße in Brand, wo die Lager- und Lackierhalle eines holzverarbeitenden Betriebs in Flammen stand.

Um 16:55 Uhr alarmierte die Integrierte Leitstelle Nürnberg die Feuerwehren Brand, Eckenhaid, Eschenau, Forth, Großgeschaidt, die “Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung" und den THW-Fachberater  aus Baiersdorf sowie den Rettungsdienst zu einem Feuer im Brander Industriegebiet. Beim Eintreffen der ersten Kräfte wurde festgestellt, dass ein ca 50x50m großer und rund 8m hoher Abschnitt der Halle in Vollbrand stand. Da sämtliche Tore verschlossen waren, wurde zunächst  mit einer Rettungssäge ein Zugang geschaffen. Ein Innenangriff war aber zu diesem Zeitpunkt aufgrund der hohen Brandintensität schon nicht mehr möglich, zudem konnte nicht abgeschätzt werden, wie lange die  Dachkonstruktion aus Stahlträgern den Flammen noch standhalten würde. In der Nähe der Brandwand zum nächsten Hallenabschnitt war ein Streifen des Blechdachs bereits in die Halle gestürzt. Dieser hatte sich jedoch über das Brandgut gelegt, so dass auch von der Drehleiter aus kein Löscherfolg erzielt werden konnte.

Da für eine effektive Brandbekämpfung mit einem sehr hohen Bedarf an  Löschwasser und Atemschutzgeräteträgern gerechnet werden musste, erfolgte um 17:03 Uhr die Nachalarmierung weiterer Einsatzkräfte der Feuerwehren Heroldsberg, Ober- und Unterschöllenbach sowie den Löschzug der Feuerwehr Herzogenaurach mit einem zusätzlichen Großtanklöschfahrzeug und einem Gerätewagen, der unter anderem weiteres Material zur Atemschutzlogistik mit heranführte.

Der Einsatzleiter, Kreisbrandrat Matthias Rocca, wurde durch die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung sowie die Kreisbrandmeister Heinz Horlamus, Klaus Funk, Jens Hammerl, Christian Bühl und Jochen Hofmockel sowie Pressesprecher Stefan Brunner unterstützt. Dazu wurde in einiger Entfernung zum Brandobjekt eine Befehlsstelle mit den Einsatzleitwagen von Feuerwehr, BRK und THW gebildet, an der alle Rückmeldungen zusammenliefen und in kurzen Abständen die Lage jeweils neu beurteilt und notwendige Maßnahmen mit der Polizei und mit Eckentals 1. Bürgermeisterin Ilse Dölle koordiniert wurden. Hierzu gehörten unter anderem die Einteilung der Einsatzstelle in verschiedene  Einsatzabschnitte zur Wasserförderung und Brandbekämpfung von verschiedenen Seiten. Erstmals wurde dabei bei einem derart großen Brandeinsatz auf der Einsatzführungsebene mit Digitalfunk gearbeitet.  Durch den regionalen Energieversorger wurde der Betrieb von Strom- und Gasversorgung getrennt, um die Einsatzkräfte nicht zusätzlich zu gefährden.

Während des laufenden Einsatzes kam es auf der Kreisstraße ERH 6 in der Nähe von Brand zu einem Verkehrsunfall, der durch die Feuerwehr Röckenhof abgewickelt wurde.

Zur großräumigen Ausleuchtung und Stromversorgung an der Einsatzstelle im Industriegebiet wurden die Gerätekraftwagen und ein Kranfahrzeug des THW Baiersdorf in Marsch gesetzt. Um 17:51 Uhr wurde  die Alarmstufe ein weiteres Mal erhöht, um den hohen Löschwasserbedarf zu decken, dabei wurden die Feuerwehren aus Kalchreuth, Neunkirchen am Brand, Uttenreuth und Weiher zur Einsatzstelle beordert. Zu diesem  Zeitpunkt waren 2 Wasserwerfer über Drehleitern, 2 B-Rohre und 3 C-Rohre im Einsatz, teilweise auch vom Dach einer benachbarten Halle aus. Die Wasserversorgung konnte nur zum Teil über Hydranten sichergestellt werden, deshalb war der Aufbau mehrerer langer Schlauchstrecken mit  Verstärkerpumpen von der Schwabach und einer Zisterne zur Einsatzstelle notwendig.

Da nicht abzuschätzen war, wie lange eine quer durch die Halle verlaufende Brandwand den Flammen Widerstand bieten würde und die Gefahr des Übergreifens auf den nächsten Brandabschnitt bestand, wurde seitens der Einsatzleitung in Absprache mit der Polizei beschlossen, eine Hallenwand aus Trapezblech mittels eines Baggers zu öffnen, um an die brennenden Palettenstapel besser heran zu kommen. Mit der  Wärmebildkamera eines Polizeihubschraubers wurden dazu aus der Luft  Spezialaufnahmen angefertigt, die die Brandausweitung unterhalb des Daches erkennen ließen. Mit einem Wassernebel vor der Hitze geschützt, zog der geübte Baggerführer eine Wand nach der anderen weg. Teilweise gelang es ihm auch, brennende Paletten zu erfassen und außerhalb der Halle abzulegen, wo sie leicht abgelöscht werden konnten.

Um einen besseren Löscherfolg zu erzielen, wurde dann mit dem Schaum-/ Wasserwerfer des Herzogenauracher Tanklöschfahrzeugs sowie einem weiteren tragbaren Wasserwerfer ein massiver Löschangriff durch die geschaffenen Öffnungen begonnen. Hierzu wurden von der Berufsfeuerwehr  Nürnberg zusätzlich 4500l Schaummittel an die Einsatzstelle gebracht und eingespeist.

Gegen 22:10 Uhr zeigte der Löschangriff dann Wirkung. Nachdem die Flammen immer weiter erstickt werden konnten, war auch ein Innenangriff mit zwei weiteren Wasserwerfern durch die auf der gegenüberliegenden Seite befindlichen Tore möglich, und so konnte der Brand letztendlich unter Kontrolle gebracht werden. Dabei zeigte sich nach dem Abziehen des Rauches das sprichwörtliche “Glück des Tüchtigen", stand doch in der Halle ein gasbetriebener Gabelstapler, dessen Druckgasflaschen trotz der enormen Hitzeentwicklung nicht explodiert waren.

Zur sofortigen Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft der benutzten Atemschutzgeräte wurde durch den KBM “Atemschutz", Roland Zeilinger, in Zusammenarbeit mit der FF Herzogenaurach eine Atemschutz-Sammelstelle eingerichtet, von der aus die Atemluftflaschen im Pendelverkehr zum Befüllen ins Feuerwehrhaus Eschenau gebracht wurden.

Die Ablösung der erschöpften Einsatzkräfte erfolgte dann durch die gegen 23:15 Uhr alarmierten Feuerwehren Baiersdorf, Bubenreuth, Igensdorf und Möhrendorf, die mit je einem Löschfahrzeug und  ausgebildeten Atemschutzgeräteträgern die Nachlöscharbeiten übernahmen, während der Großteil der anderen Feuerwehren sukzessive aus dem Einsatz herausgelöst werden konnte, der sich noch bis in die Morgenstunden des 4. November hinzog. Gegen 06:00 Uhr wurde die Einsatzstelle von der örtlich zuständigen Feuerwehr Brand wieder übernommen.

Seitens des Rettungsdienstes waren zwei Notarzteinsatzfahrzeuge und  vier Rettungswagen von ASB und BRK, der diensthabende Einsatzleiter Rettungsdienst sowie die Unterstützungsgruppe “Sanitätseinsatzleitung" vor Ort. Glücklicherweise wurde bei dem Brand niemand verletzt. Die  Schnelleinsatzgruppe “Betreuung" des BRK Heroldsberg übernahm die vorbildliche Versorgung der weit über 250 Einsatzkräfte mit warmen Essen und Getränken. Eine Bäckerei aus Kalchreuth stellte dazu in großem Rahmen und schnell Backwaren zur Verfügung.

Dank des schnellen und konzertierten Eingreifens der 230 beteiligten ehrenamtlichen Feuerwehrleute, 21 Helfer des THW und 32 Rettungsdienstmitarbeiter konnten so zwei Drittel der Produktions- und Lagerhalle sowie ein daneben befindliches Gefahrstofflager vor den Flammen bewahrt werden.

 

Bericht: Stefan Brunner, Pressestelle KFV ERH e.V.    Bilder: Nino Kadler, Michael Leißner